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Leiten mit Hindernissen

Bin ich eine Rabenmutter? 

Seit ich vor vier Jahren das erste mal Mama wurde, habe ich einen neuen Begleiter. Ja, er ist sehr treu und er besucht mich täglich. Manchmal sogar mehrfach. Er heisst: „schlechtes Gewissen“.

Wenn ich zum Beispiel einen Input in der Factory halte, hinterfragt mein Gewissen alles was ich sage, ob es mit meinem Leben wirklich übereinstimmt. Begegne ich am Morgen auf dem Weg ins Büro, Bibel lesenden Studenten, fühle ich mich schlecht, denn ich habe es sicher nach einer schlafarmen Nacht wieder einmal nicht geschafft früher auszustehen um die Bibel zu lesen. Bin ich Zuhause, denke ich an die Arbeit die sich im Büro stapelt.

Doch am schlimmsten ist es, wenn ich wieder einmal meine Kinder bei den Grosseltern oder bei einem Babysitter abgebe, weil ich ja „für den Herrn“ unterwegs bin. Und dabei darf ich noch gar nicht dran denken, was mein schlechtes Gewissen mir sagt, wenn ich meinen Haushalt anschaue, der nicht meinem „christlichen Hausfrauen“ Bild entspricht.

 

Der Höhepunkt wurde aber erreicht, als Mael, unser zweiter Sohn, wegen einem komplizierten Fieberkrampf mit der Ambulanz ins Krankenhaus gebracht werden musste. Zur selben Zeit waren Sam und ich in Mentoringgespräche vertieft. Wir hatten beide unsere Handys nicht in Reichweite, da es noch nie Probleme gab, wenn unsere Jungs am Mittwoch bei den Grosseltern waren. Als die Nachricht über Umwege zu uns kam, fuhren wir sofort nach Bern wo mir mein Vater mit Tränen in den Augen sagte, dass er dachte Mael würde sterben.

 

Was war ich nur für eine Rabenmutter. Als es meinem Sohn am schlechtesten ging war ich nicht da. Dazu mussten meine Eltern diese Ängste durchstehen.

 

Ich hinterfragte auf einmal unser ganzes Familiensystem. Sollte ich vielleicht sogar aufhören zu arbeiten? Ich machte keinen Schritt mehr ohne mein Handy. Die Angst ich könnte eines meiner Kinder verlieren, während ich „für den Herrn“ unterwegs bin lähmte mich völlig.

 

Als ich über diese Gefühle mit meiner Seelsorgerin sprach, fragte ich Jesus wo er genau in dem Moment war, als es Mael so schlecht ging. Währen des Gebets sah ich wie mein Vater mit Mael auf den Arm zum Arzt rannte  und Jesus rannte hinter ihm. Ich sah Jesus bei Mael stehen, als die Ärzte ihn versorgten. Ich sah, wo Jesus in der Ambulanz sass und ich sah ihn bei Mael stehen, als er in der Notfallstation lag.

 

Ich hatte selten eine solch tiefe Gottesbegegnung wie in diesem Moment. In diesem Augenblick wusste ich, dass Jesus immer bei meinen Kindern ist, auch wenn ich es nicht sein kann!

 

Diese Gewissheit führt mich seit dem immer wieder in eine neue, überraschende Freiheit. Ich darf nun mehr und mehr die Freiheit erleben, die uns Gott in der Bibel verspricht, denn: „Für die FREIHEIT hat Jesus uns frei gemacht!“ (Gal 5,1)

 

Kürzlich wünschte mir eine Frau „viel Geduld in dem was du tust und keine Verdammnis wenn du sie nicht hast“  Das ist Freiheit! Und genau das brauche ich, um mich nicht mehr von meinem  schlechten Gewissen anklagen zu lassen. Egal ob ich mit meinen Kindern zusammen bin, meiner Unordnung hinterherputze oder in der Factory leite. 

 

Mail an Sarina Schuh

 

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