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Gedanken von Frauen die leiten

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Wenn die Welt sich nicht mehr um mich dreht!

Vor ein paar Monaten bin ich Mutter geworden. Meine süße kleine Tochter, auf die ich mich neun Monate lang intensiv vorbereitet hatte, war eines Tages wirklich da. Viele Leute fragen mich, was sich dadurch in meinem Leben am meisten verändert hat. Ist es die (vorübergehende) Aufgabe der selbstständigen Arbeit? Oder die Entdeckung bisher ungeahnter Kompetenzen wie einarmiges Flaschenaufdrehen? Vielleicht auch der veränderte Tag-Nacht-Rhythmus?

Darüber muss ich nicht lange nachdenken! Seit der Geburt meiner Tochter erlebe ich den größten Stress und die größte Freude meines Lebens – gleichzeitig. Die größte Veränderung aber ist, dass sich meine Welt nicht mehr um mich selbst dreht. Vor der Geburt meiner Tochter hatte ich meine Arbeit, die ich mir selber einteilen konnte. Das hatte ich mir bewusst so ausgesucht. Mit meinem Mann zusammen habe ich wunderschöne Urlaube verlebt. Wir haben unsere Freizeit nach unseren Wünschen und Bedürfnissen gestaltet. Ich traf mich mit Leuten, die mir gut taten, las meine Lieblingsbücher, ging in „meinem“ Park spazieren, ging shoppen, wann immer ich dazu Lust hatte. Völlige Selbstbestimmtheit.

Von einer Sekunde auf die andere kam ein kleines Baby und verscheuchte mich von meinem Thron. Ab sofort war es nicht mehr entscheidend, was ich gerade wollte. Ich klappe vor Hunger fast zusammen? Egal – erst wird gestillt! Ich würde so gerne endlich mal duschen, aber die Kleine will nicht schlafen, also wird das auf Nachmittags vertagt. Mal wieder schön in Ruhe ein Buch lesen… welche Ruhe?

Ja, Mama sein bedeutet in erster Linie, sein eigenes ICH zu Grabe zu tragen. Bei aller Freude über das Glück, ein so tolles Wesen anvertraut zu bekommen: der Abschied von meiner Freiheit war hart und hat mich Tränen gekostet. Inzwischen bin ich für diese Erfahrung unglaublich dankbar. Es tut mir gut, mich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen.

 

In jeder Leitungsaufgabe, egal ob im Ehrenamt, im Beruf oder in der Familie, können wir nur dann wirklich erfolgreich und gut sein, wenn wir uns selbst nicht zu wichtig nehmen.

 

Verantwortung für Menschen zu tragen bedeutet, diese Menschen zu tragen. Wer leiten will im Geiste Jesu, der ist der Unbedeutendste im ganzen Team („Der Größte unter euch soll euer Diener sein.“ Matthäus 23,11). Unbedeutend nicht deshalb, weil ein Leiter keine wichtige Aufgabe hätte, sondern weil er sich selber nicht so wichtig nimmt. Die Welt eines Leiters sollte sich um seine Leute drehen.

Es gibt unzählige fachlich versierte Führungskräfte auf der Welt, die um sich herum nur Scherbenhaufen hinterlassen. Sie nehmen sich selbst zu wichtig und gehen rücksichtslos ihren Weg. Leitung ohne Liebe führt zu verletzten, demotivierten und wenig erfolgreichen Mitarbeitern. Leitung, die mit Demut einher geht, bringt Menschen zum Aufblühen.

 

Ein Leiter, der sich vom großen ICH ab- und immer mehr dem DU zuwendet, wird am Ende ein gut funktionierendes WIR formen.

 

Das ist wie bei einer jungen Familie: zuerst setzt sich das Baby auf den Thron, aber nach und nach verhelfen seine Eltern ihm zu einem Rhythmus, der zu der Familie passt und allen gut tut. So werden sie nach einer Zeit zu einem funktionierenden Team, in dem jeder mal die Krone aufsetzen darf, aber nur, um sie schnell wieder an einen anderen weiter zu geben. 

 

Mail an Cathrin Reich 

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