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Sei stille dem Herrn...

„Sei still dem Herrn und warte auf ihn“ (Psalm 37,7). Ganz ehrlich: Mir liegt weder still sein noch warten. Daher war ich wenig erfreut, als ich diesen Psalm zum Jahreswechsel aus dem Topf zog. Die für meine Persönlichkeitsstruktur eher unpopulären Worte sind aber im Moment hoch im Trend in unserer Gesellschaft. Ohne den Faktor Gott, versteht sich. Die Bremse ist beliebter als das Gaspedal. „Achtsamkeit“ lautet das Zauberwort gegen negativen Stress und die daraus folgenden Erkrankungen. Leben im Moment, bewusst im Hier und Jetzt sein ohne Ablenkung, ohne Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft. Die Fähigkeit inne zu halten, sich und andere wahrzunehmen losgelöst von einer beurteilenden Instanz. Die Kurse boomen – zumindest in den Städten.

In der Auseinandersetzung mit der Thematik und meinem Jahresvers hat das Ganze plötzlich mehr mit mir zu tun, als mir lieb ist. Ich bin ein klassischer Hamster. Ich bin recht gut im Strampeln, daher dreht sich das Rad ziemlich schnell. Während ich was mache, checkt mein Kopf To-do-Listen, grübelt, interpretiert und ist schon längst nicht mehr bei dem, was ich im Moment tue. Das übliche Hirngestöber einer Familienfrau. Ganz schlecht für den Hippocampus. Der ist im Hirn unter anderem für die Verarbeitung von Stress und negativen Erfahrungen zuständig und dem würde Achtsamkeit bedeutend besser gefallen.

Was nach Hobbypsychologie oder Esoterik anmutet ist biblischer, als ich dachte.

 

Still sein und warten, auf den Herrn harren, sich nicht um die Zukunft sorgen, am siebten Tag ruhen – kennen wir ja eigentlich alles längst. So habe ich mich vor wenigen Wochen entschieden, einen Selbstversuch in Sachen Achtsamkeit zu unternehmen. Hamster sind ja offen für Neues.

 

Meine vier grossen Entdeckungen und zugleich Hilfen in diesem Unterfangen: Wald, Kaffee, ein Baby und die Bibel. 1. Der Wald: Hab mit
 den Kids Stunden im Wald verbracht und festgestellt, dass ich da weder getrieben, nervös, noch zu verkopft bin. Feuer machen, Natur erkunden, sich langweilen, im Gras liegen...ohne die Dinge im Augenwinkel, die man noch erledigen muss, will oder könnte. 2. Kaffee: Ist ganz neu für mich. Aber hilft, zumindest die ersten zehn Minuten meiner 1,5 stündigen Mittagspause nicht schon mit mailen, texten oder dem Abarbeiten irgendwelcher Listen zu verbringen. 3. Das Baby: Ist mein Lehrer in Sachen Geschwindigkeit. Ein Neugeborenes ähnelt motorisch einer Schildkröte, find’ ich immer. Meine Tochter scheint viel Zeit, Musse, Ruhe und Langsamkeit zu brauchen, um die Geheimnisse der Welt, die da draussen auf sie wartet, zu durchdringen. Um mit ihr zu interagieren, muss ich mich darauf einlassen. 4. Die Bibel: Sie redet immer wieder aufs Neue zu mir, erinnert mich ans Wesentliche und bringt mich vom Flattern und Plappern zurück zum gelassen pulsierenden Herzen meines Vaters.

 

Mail an Tamara Boppart 

 

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