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Der unpassende Ruf zur Leiterschaft

Der "falsche" und doch richtige Zeitpunkt...

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein präsentes Thema in den Medien, das auch mich ziemlich überraschend erwischt hat.

Als ich 2012 meinen „Ruf zur Leiterschaft“ auf einer Konferenz mit Martin Bühlmann erhalten hatte, wusste ich aus tiefstem Herzen, dass das mein Weg sein würde. Einige Prophetien hatten es schon sehr deutlich angekündigt und es wurde von Leitern, die mir nahe standen, sofort bestätigt.

 

Trotzdem schrie es in mir förmlich: „Herr, warum gerade jetzt?“ Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig gewählt. Ich war vor vier Wochen Mutter geworden, hatte ein kleines Bündel auf dem Arm, das meine volle Aufmerksamkeit auf sich zog. Zeitweise war ich so unheimlich überfordert! Davor hatte ich seit dem Abitur herumgeeiert und wusste nicht, was ich im Leben erreichen wollte. Ich hatte dieses und jenes studiert, hatte eine Ausbildung gemacht, hatte gejobbt. Wir hatten 4 Jahre lang auf unser Wunschkind warten müssen! DAS wäre doch ein viel günstigerer Zeitpunkt zur Berufung gewesen!

 

Anfangs, als ich mich dann im Training bei unserem Hauptleiter befand, und „nur“ Teil des Leitungsteams war, wurde diese Frage immer kleiner, aber als ich wegen verschiedener Umstände im Oktober 2014 die Hauptleitung des Vineyard-Projekts Köln übernahm, stand sie wieder riesengroß vor mir. Das war nicht der Plan gewesen! Ich sollte doch erst in 2-3 Jahren „richtig“ ran müssen!

Das schlechte Gewissen war mein täglicher Begleiter! Dieser Spagat zwischen Gemeindeleitung und Familie drohte, mir zuviel zu werden. Ich hatte den Anspruch überall 100% zu geben und bemerkte kaum, dass das Bedauern sich bei mir einschlich. Ich bedauerte, dass ich nicht schon früher in diese Berufung, die ich im Grunde schon als Kind ersehnt hatte, hineintreten durfte.

Bis der Heilige Geist mich förmlich aus diesem Bedauern herausriss. Ich las die Geschichte von Maria und Martha und erkannte mich urplötzlich in Martha wieder. Ich spürte förmlich dieses Abmühen, diesen Frust darüber, dass ihr niemand hilft, dass sie alles alleine machen musste! Dieses Bedauern, nicht auch bei Jesu Füßen sitzen zu können, weil die Arbeit ja erledigt werden musste! Mein Bedauern begegnete mir beim Lesen ganz unverhüllt und wurde von Jesus gnädig weggeschoben.

Ja, ich war nicht mehr spontan und flexibel. Ich war nicht mehr die Gleiche, wie vorher und das war GUT so!

 

Jesus zeigte mir, dass mein Muttersein mich so sehr verändert, dass ich Fähigkeiten dazugewinne, die mich in meiner Leiterschaft unterstützen.

 

Ich muss mich weder dem Bedauern noch der Überforderung hingeben, sondern IHM allein. Es zog wieder Frieden ein in mein Herz.

Klar ist es manchmal nicht leicht, aber ich möchte nicht, dass mein Leben aus einem „entweder oder“ besteht, sondern aus einem „sowohl als auch“.

Wenn Jesus mir sowohl Familie anvertraut als auch die Leitung einer Gemeinde, dann möchte ich zuversichtlich sein, dass er mich dazu befähigt, das als Ganzes zu leben! Für ihn gibt es keinen ungünstigen Zeitpunkt. Und für mich gibt es kein Bedauern!

 

Mail an Fülke Wagner 

 

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