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Mehr als alte Geschichten...

Ich liebe die Geschichten aus dem Alten Testament. Sie sprechen zu mir, zeigen mir auf, durch welche Nöte die Menschen damals schon gehen mussten, inspirieren meinen Glauben und geben mir die Möglichkeit, über den Horizont hinaus zu blicken. Eine ganz bekannte Geschichte spricht mich im Moment wieder besonders an. Es ist das Leben Josefs.

 

Josef war ein junger Mann, der große Träume über sein Leben hatte, der etwas erreichen wollte und tief mit Gott verbunden war. Doch bevor die Träume in Erfüllung gingen, musste er harte Lebensphasen durchmachen.

Er wurde verstoßen, verraten und verkauft. Immer und immer wieder musste er Qualen erleiden, die doch eigentlich für so ein Menschenleben zu viel sind.  Diese Herausforderungen hatten keine Erklärungen, sie waren schlicht und einfach unfair.

Momentan sehe ich in meinem Leben solche „Josefs“. Menschen die Träume haben, die Gott lieben, ihm nachfolgen, aber auch durch Dinge gehen müssen, die gefühlt zu viel sind. Ich liebe diese Menschen von ganzen Herzen und ich frage mich, was soll ich ihnen antworten in ihren Fragen? Ich habe damit zu kämpfen, dass das was wir von Gott mit großem Glauben erbitten, nicht sofort in Erfüllung geht. Im Gegenteil, manchmal fühlt es sich so an, als würde man gegen eine Wand beten. Vor mir ist ein ganzer Fragenkatalog ausgebreitet und ich weiß das Gott die Antworten darauf hat, auch wenn ich sie nicht kenne und nicht verstehe.

 

Bestimmt hatte Josef in seinem Leben öfters das Gefühl, dass es nicht weiter geht, dass jetzt alles vorbei ist und keine Hoffnung mehr besteht. Da war nur Dunkelheit, im wahrsten Sinne des Wortes, ob in der Höhle oder im Gefängnis. Aber Gottes Wege waren so unglaublich gut, dass Josef trotz allem die gesamte Fülle erleben konnte. Gott war die ganze Zeit dabei mit ihm einen Weg zu gehen und ihn auf eine Aufgabe vorzubereiten, die er selbst erst im Nachhinein erkannte. Ist das nicht ermutigend, dass er genauso die Wüstenzeiten, die Leere, den Schmerz und die Einsamkeit kannte?

 

Ursache hierfür war nicht der mangelnde Glaube oder die Sünde im Leben. Gott ließ es ganz einfach zu, dass diese schwierigen Begebenheiten, Teil der Geschichte wurden, die Gott mit Josef schrieb.

 

Manchmal denke ich in mir, ich muss nur Jesus haben, dann wird schon alles gut. Aber nein, ein Leben mit Jesus heißt nicht ein Leben ohne Stürme, ohne Schmerz, ohne Enttäuschung, auch nicht ohne Tod oder Verlust. All das ist trotzdem da. David hat in den Psalmen immer wieder damit gekämpft. Er hat Gott für das Leid und die Ungerechtigkeit angeklagt, er war wütend und hat das ehrlich zu Gott gebracht. Wir sollen ihm unser Herz und unsere Gedanken immer wieder bringen. Ich wünsche mir für die Menschen in meinem Leben, dass sie nicht vor Gott wegrennen und eine Mauer hochziehen, weil sie von ihrem Papa enttäuscht sind, sondern das sie auf ihn zurennen, sich ausheulen und ihre Wut loswerden. Jesus kann all das sehr gut verstehen.

 

Eine Freundin meinte mal zu mir, dass sie auf ihren Mann total wütend war. Sie hat geweint und auf ihn eingeschlagen und er? Er hat sie nicht angeklagt, nicht gesagt das man das doch nicht machen darf, er war nicht beleidigt, nein. Er hat sie ganz fest in seine Arme geschlossen und festgehalten, während sie all den Schmerz loswerden konnte. Das ist für mich wahrer Friede und wahre Befreiung, wenn ich alles rauslassen darf, nichts mehr verstecken muss und plötzlich in all dem Kämpfen zur Ruhe komme, bei dem einen der mich liebt. 

 

Mail an Sarah Stopp 

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