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Das anvertraute Erbe

Vor einigen Tagen sprach ich mit einer jungen Frau, über das Thema Gemeindegründung und Gemeindeleitung. Sie selbst gründete vor längerer Zeit eine Gemeinde. Wir tauschten uns aus über Herausforderungen die dabei auftauchen, Enttäuschungen und Rückschläge. Im Verlauf dieses Gespräches wurde mir noch einmal so bewusst, wie wichtig  für uns Vorbilder sind, die bereits einen Weg gebahnt haben.

 

Mir wurde neu klar, wie sehr mich Vorbilder in meiner Familie  geprägt haben. Ich trage ihr geistliches Erbe in mir. Meine Großmutter war für mich ein Vorbild im tätigen Glauben, mutigen Bekenntnis und Gebet. Ihre Geschichten mit Jesus wurden in unserer Familie immer wieder erzählt, selbst als sie nicht mehr lebte. Ihre vielfältigen Kontakte und ihren Einfluss  benutzte sie um möglichst vielen Menschen von Jesus zu erzählen. Sie besuchte die Kranken, brachte ihnen Essen, betete für sie um Heilung und sprach mit ihnen über Jesus. Sie war eine Beterin und furchtlos, wenn es um das Bekenntnis ihres Glaubens ging. In der Nazizeit ermahnte man sie: „Emma, du wirst in große Schwierigkeiten geraten, wenn du nicht zum Gruß die Hand hebst und „Heil Hitler“ sagst.“  Aber sie antwortete: „Es gibt in keinem anderen Heil, als allein in unserem Herrn Jesus Christus, deshalb werde ich das auch weiterhin nicht tun.“  Das hätte in jener Zeit schlimm für sie ausgehen können.

 

Auch meine Mutter war für mich ein großes Vorbild. Sie und mein Vater dienten Jesus mit großer Hingabe und gründeten an vier Orten Gemeinden. Mein Vater erlebte später einen totalen Zusammenbruch, von dem er sich nie mehr richtig erholte. Heute würde man sagen, er hatte ein Burnout!  Meine Mutter aber machte weiter. Gott gebrauchte sie dazu, eine weitere Gemeinde zu gründen, die  bis heute noch besteht. So ist sie für mich zum  Vorbild als Gemeindegründerin und Leiterin geworden. Durch sie lernte ich, in schwierigen Zeiten nicht zu schnell aufzugeben, die Wichtigkeit, Jesus und seinem Ruf den Vorrang zu geben und mit den Gaben, die er mir schenkt zu wuchern. Auch die Balance zu halten zwischen Familie und Dienst! Ich bin dankbar für dieses wunderbare geistliche Erbe.  

 

Ich weiß nicht, ob ich ohne das Vorbild meiner Mutter jemals eine Gemeinde gegründet hätte.

 

Auch mein Vater war für mich ein großes Vorbild. Er war Gemeindegründer, ein begabter Evangelist und ein feuriger Prediger. Er erwartete das Hereinbrechen des Reiches Gottes, auch durch Zeichen und Wunder, die dem Wort folgen.  Er erlebte das auch und ich merke, dass auch dieses Erbe in mir lebendig ist. Kürzlich bat mich ein junges Paar um ein Gespräch und es stellte sich heraus, dass der Großvater des jungen Mannes durch meinem Vater zum Glauben an Jesus gekommen war. Diese  Familie folgt in der dritten Generation Jesus nach. Menschen zu begegnen, deren Eltern oder Großeltern durch den Dienst meiner Eltern zum Glauben an Jesus kamen, motiviert mich bis heute und spornt mich an!

 

Mir wurde ein Erbe anvertraut! Ich bin so dankbar! Aber diese Tatsache nimmt mich auch in die Pflicht. Trage ich dieses Erbe weiter in die nächste Generation oder hört es mit mir auf?  

Wenn ich meine Tochter sehe, wie sie voller Leidenschaft für Jesus am Sonntag die Gemeinde in die Anbetung  leitet, dann hüpft mein Herz vor Freude! Genauso freue ich mich über meine geistlichen Töchter und Söhne, die ich als Gemeindeleiterin, Coach oder Mentorin, ein Stück ihres Weges begleiten darf. Ich freue mich an der Gemeinde, die ich gründen durfte. Ich bete, dass die Staffel immer weitergereicht wird,  dass jede neue Generation ein stabiles geistliches Fundament vorfindet, auf dem sie weiter aufbauen kann.  

 

 

Mail an Ingrid Schemer 

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