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Das emotionale Fiasko 

Es ist Freitagmittag, in ein paar Stunden startet die grosse Konferenz in unserer Kirche. Ich gehe im Haus umher und suche meine Unterlagen zusammen, die ich vorbereitet habe für Worshipzeit und Workshop. In meinem Kopf sind hunderte von Gedanken und Fragen. Unsicherheit und Zweifel steigen auf in mir. Ich stelle mir Fragen wie: „Kommt das wirklich gut?“, „ Bin ich genug vorbereitet?“, „Werde ich die Erwartungen erfüllen?“ , „Werden meine Worte dem entsprechen, was Gottes Gedanken für dieses Wochenende sind?“. 

 

Ich nörgle rum, weil ich doch in meine Vorbereitungen gedanklich versunken bin und nur mit halbem Ohr den Kindern zuhöre, was eine gereizte Stimmung zur Folge hat und in einen Streit mit meinem nach Aufmerksamkeit schreienden Sohnemann gipfelt.

Ich entscheide mich dafür, darauf zu vertrauen, dass Gott mich durch die letzten Monate hindurch gut darauf vorbereitet hat, und gebe ihm meine Zweifel, Sorgen und Ängste hin. Mein Herz wird wieder ruhig. Alles steht bereit, ich bin ready. Also gebe ich mich jetzt voll und ganz der Zeit mit den Kindern hin. Spielen, zeichnen, lachen, streiten, versöhnen — Blick auf die Uhr: Ja, ich hab noch Zeit bis mein Mann nach Hause kommt und mir mit seiner Übernahme zu Hause den Startschuss fürs Konferenzwochenende gibt. Ich fühle mich total fokussiert und nun auch gelassen. Ich kann's mittlerweile kaum mehr erwarten, dass es losgeht. — Dann klingelt das Telefon, mein Mann am anderen Ende und blitzschnell wird mir klar, das meine Welt innert Sekunden Kopf steht und die Konferenz heute für mich nicht starten wird. Kein Startschuss!

Ein Betriebsunfall in der Firma meines Mannes, so schlimm, dass er uns noch Tage lang gedanklich und emotional begleiten wird. 

Und nun mein Gott? Was soll das jetzt? Gerade heute Abend wäre für mich so wichtig gewesen. Wollte ich doch unserer neusten Band mit meiner Gegenwart den Rücken stärken, sie ermutigen und ihnen Segen zusprechen. Und nun, ja nun kann ich nicht einmal meinen Job wahrnehmen und werde als Verantwortungsträgerin beim Startschuss dieser Konferenz fehlen. Dieser Tatsache gegenüber steht mein Mann mit einem Herzen, das er in tausend Stücken mit nach Hause tragen wird ... Alles einfach unglaublich. 

 

Kurzfristig überlege ich, ob ich ein Grosi der Kinder für die Betreuung derer fragen soll, bis mein Mann dann vielleicht doch irgendwann zu Hause sein wird, an diesem Abend. Schnell wird mir aber klar, dass es keinen anderen Ort gibt, an den ich mehr hingehöre als zu Hause! 

Dass Leute in der Gemeinde meine Anwesenheit suchen würden und ich mit meiner Nicht-Anwesenheit quasi versagen würde, steht in keinem Vergleich dazu, da zu sein, wenn mein Mann im Tränenmeer mit zerbrochenem Herzen heimkehren wird und ich ihn einfach schweigend und ebenfalls unter Tränen in die Arme schliessen werde. Leere — absolute Leere. Schlaf gab es auch nicht viel in dieser folgenden Nacht. 

 

Mittlerweile ist Samstag. Wir haben uns entschlossen, dass ich an die Konferenz gehe und meinen Workshop wie geplant halten werde. Dass ich auch die Worshipzeit leiten werde wie geplant und darauf vertraue, dass Gott meine leeren Hände füllen wird. 

Es scheint mich fast zu erdrücken. Keine 24 Stunden ist es her, und ich war so fokussiert und so dermassen bereit — und nun? Emotionales Chaos pur. Klare Gedanken sind nicht annähernd vorhanden. Das erste Plenum an diesem Vormittag kommt nur Stückweise bei mir an. Mann, wie soll das gehen. Wer will schon einen Workshop mit einer verwirrten Rednerin besuchen. 

Ich schreie zu Gott und möchte meine Gedanken so sehr auf ihn ausrichten. 

Mein Herz wiegt schwer, aber ich nehme es in meine Hände und halte es Gott hin. Leer und gebrochen. Gott, du bist in den Schwachen stark, so versprichst du es ... und so muss sich das wohl anfühlen. 

All die Leute um mich herum lenken mich zwar ab, aber dennoch fühle ich mich kaum gesellschaftsfähig. Es ist gut, wissen meine Workshopbesucher nicht Bescheid über mein emotionales Fiasko. Bevor ich starte mit meinem Vorhaben, den Workshop einfach als gut vorbereiteten Vortrag zu halten, berührt Gott meine Zerbrochenheit und eine totale Ruhe umgibt mein Herz und erfüllt mich mehr und mehr. Es ist, als würde Gott mir sagen: „Halte mir deine leeren Hände hin, ich will sie füllen“ 

 

Bevor ich starte mit meinem Vorhaben, den Workshop einfach als gut vorbereiteten Vortrag zu halten, berührt Gott meine Zerbrochenheit und eine totale Ruhe umgibt mein Herz und erfüllt mich mehr und mehr. Es ist, als würde Gott mir sagen: „Halte mir deine leeren Hände hin, ich will sie füllen“ 

 

Wenn meine leeren Hände, von Gottes Herrlichkeit erfüllt, sich zu anderen dienend ausstrecken können, was ist dann noch alles möglich? An diesem Nachmittag erfahre ich Gottes Gnade und Fürsorge völlig neu. Und ich erlebe, wie er auf eindrückliche Weise meine Beziehung zu ihm in neue Dimensionen führt. 

Und so darf ich am Ende mit dankbarem Herzen zurückschauen und sehen, wie das spätere Plenums-Thema; „Die Kraft des Heiligen Geistes in unserer Schwachheit“ bei mir zum Programm wurde an diesem Tag.

Ich bin überwältigt von Gott. 

 

Mail an Sarah Leuenberger 

 

 

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