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Gedanken von Frauen die leiten

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Menschen haben Potenzial - Leitungspotenzial! Da gibt es die Einen, die voller Energie nur darauf warten endlich loslegen zu können, die oft auch ungefragt was starten - und dann die Anderen, die an sich selbst zweifeln und mehr als einmal klar gerufen werden müssen. Diese Spannung ist nicht einfach, denn oft in unseren christlichen Kreisen, kommen diejenigen mit den Ängsten und Zweifeln besser an. Die sind pflegeleichter und brauchen unseren Schutz und unsere Hilfe. Sie wirken so demütig, da ihre Lernbereitschaft so viel offensichtlicher ist als bei denen die wir als „stark“ und souverän empfinden. Die positive Rückmeldung „gebraucht zu werden“, ist ein gutes Gefühl das auch mich durchströmt, wenn ich an solche, eher unsichere, Menschen denke.  Diejenigen die wir jedoch kaum stoppen können und die sich zwischendurch auch selbst überschätzen oder zu initiativ auftreten und unsere Art und Weise hinterfragen „wie wir etwas tun“, fühlen sich doch eher bedrohlich an. Starke Persönlichkeiten nennen wir sie – wobei das „stark“ oft einen negativen Beigeschmack hat. Schnell wird dann das Thema „Unterordnung oder Arroganz“ ins Spiel gebracht – was oft das Feuer der Leidenschaft erlöschen lässt und zum Rückzug verleitet. Schade – dass wir so viel Potential vergeuden, nur weil wir einem selbstgezimmerten Ideal von „demütigem leiten“ nachstreben, das oft wenig mit echter Demut zu tun hat!

 

Ich weiss nicht was sich Gott dabei gedacht hatte, als er mich mit der Fähigkeit und der Freude erschuf, neue Projekte ins Leben zu rufen. Ich bin eine Pionierin in Ausbildung. Dies ist notabene eine lebenslange Ausbildung und diese Gabe habe ich mir auch nicht selbst ausgesucht. Sie wurde mir geschenkt und ich  habe die Verantwortung an mir zu arbeiten. Als apostolische und „starke“ Persönlichkeit ecke ich manchmal an. In meiner Begeisterung realisiere ich dies nicht immer. Eine Schwäche von mir ist, dass ich manchmal meine Meinungen nicht zurück halten kann, gerade dann wenn ich Potenzial zum Wachstum sehe. Mehr als einmal überfuhr ich dabei Menschen und musste mich bei ihnen danach entschuldigen. Mehr als einmal fühlte sich mein Vorgesetzter von meinen Ideen oder Initiativen bedroht und reagierte mit Rückzug oder Kontrolle. Wo Gaben wachsen, öffnen sich auch tiefe Abgründe und Schwächen. Dies zu erkennen und daran zu arbeiten ist wichtig und nur dann leben wir in unserem vollen Potenzial.

Doch was lehrt mich dies? Menschen sind verschieden und Gott braucht sie alle! Die Unsicheren, die Stillen, die im voraus Lernbereiten, die im nachhinein Lernenden, die Initiativen, die eher Passiveren und die „Starken“ die souverän rüberkommen. Charakter muss wachsen in jedem Menschen und Gott hat individuelle Wege und Möglichkeiten, damit das volle Potenzial zum Vorschein kommt. 

Charakter Entwicklung hat kein universales Gesicht und kann nicht so einfach an unseren Vorstellungen gemessen werden. Wir sind geprägt von dem was wir tun, was wir als angenehm erleben und von dem was wir als Ideal oder Anstand festgelegt haben. Leider verliert die Kirche zu viele „starke“ Leiter, da wir oft nicht wissen, wie mit ihnen umzugehen.

 

Zu oft fühlen wir uns bedroht von Menschen mit neuen Gedanken, initiativen Taten, leidenschaftlichen Aktionen und werden verfolgt  von Überholungsängsten.

 

Zu oft fühlen wir uns bedroht von Menschen mit neuen Gedanken, initiativen Taten, leidenschaftlichen Aktionen und werden verfolgt  von Überholungsängsten. Da ist es doch einfacher, sich in die Unsicheren und gut formbaren Menschen zu investieren. Wir verbrauchen dabei weniger Energie und sie geben uns ein besseres Gefühl.

Ich glaube Gott sieht dies jedoch anders. Ich staune über die wilden Persönlichkeiten die Gott als seine Leiter erwählte. Gott hat keine Überholungsängste und deshalb kann er auch die "starken" Leiter lieben und gut begleiten.

 

Gott hat keine Überholungsängste und deshalb kann er auch die "starken" Leiter lieben und gut begleiten.

 

Im Gegenteil - er traut ihnen Grosses zu und gibt ihnen den Raum zur Entfaltung. Dies ganz ihren Persönlichkeiten entsprechend. Und weil ER dies tut, sollten wir auch uns nicht zurück halten und uns leidenschaftlich in Leiter und zukünftige Leiter investieren, ohne falsche Vorstellungen wie „demütig“ sie uns begegnen sollten!

Liebe Kirche – ich glaube wir müssen Gott ähnlicher werden und den wilden und „starken“ Leitern mehr Freiräume zugestehen zur Entfaltung! Dies gerade auch in den Bereichen der Predigt, Gottesdienstleitung, Teamleitung und in der Gemeindegründung durch verschiedene Formen! 

 

Aus Einfachheitsgründen wird nur die männliche Form verwendet. Sie schliesst die weibliche Form immer mit ein. 

Mail an Doris Lindsay 

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