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Gedanken von Frauen die leiten

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Ein Kompliment und doch kein Kompliment! 

Ich bin eine dynamische Fahrerin und achte auf das Wohl meiner Fahrgäste. Als ich kürzlich an meinem Ziel ankam, empfängt mich ein Freund, der mir nachgefahren war, mit einem breiten Lächeln: “Du fährst sehr gut“, sagte er. Im ersten Augenblick fühle ich mich geschmeichelt und schätze das Kompliment. Aber bereits im nächsten Augenblick stört mich diese Aussage. Hätte er mir das gleiche Kompliment gemacht, wäre ich ein Mann gewesen? Nein, einem Mann sagt man nicht, er sei gut gefahren, denn das ist ja logisch! Aber einer Frau… das angenehme Gefühl verschwindet auf der Stelle und Ärger macht sich breit.

 

Als ich eine junge Frau im Vollzeitdienst an der Seite meines Mannes war, stellte ich fest, dass es in den Gemeinden, die wir besuchen, keine einzige Pastorin gab. Weder eine Frau predigte, noch sass eine im Ältestenrat. Noch schlimmer, in gewissen Gemeinden durfte eine Frau nicht einmal das Abendmahl servieren.

Ich bin keine Ellenbogen-Spielerin, eher das Umgekehrte. Aber ich bat Gott, dass er das, was er vorgesehen hatte, wiederherstellt: die Gleichheit, die das beste gemeinsame Potential hervorbringt zu Gottes Ehre!

 

Ich bin keine Ellenbogen-Spielerin, eher das Umgekehrte. Aber ich bat Gott, dass er das, was er vorgesehen hatte, wiederherstellt: die Gleichheit, die das beste gemeinsame Potential hervorbringt zu Gottes Ehre!

 

Ich bin in Eile und ein Autofahrer vor mir fährt sehr schlecht. Das regt mich auf! Endlich biegt er in eine andere Richtung ab und der Verkehr fliesst besser. Ich erhasche einen Blick auf den Fahrer: eine Frau! Es kann ja nur eine Frau sein, denke ich! Ah diese Frauen am Steuer! Eine kleine väterliche und göttliche Stimme sagt mir ganz nett: „ Eine Frau am Steuer…?!“

Erstaunt über meine Reaktion, merke ich, dass die Klischees so fest und tief verankert sind, dass sogar ich in diese Falle tappe. Ich verspreche meinem Himmlischen Vater, nie mehr so eine sexistische Aussage zu machen. Sorge dich zuerst um den Balken in deinem Auge…

 

Heute, 25 Jahre später, hat sich für die Frauen in unseren evangelischen Gemeinden viel verändert. Die Frauen leiten das Abendmahl, predigen, prophezeien und sind in der Gemeindeleitung vertreten, sie können sogar Pastorinnen werden. Gott sei Dank!

 

Wie sind wir so weit gekommen? Weil wir das Steuer übernommen haben! Und dies sowohl mit Leidenschaft für Gott und sein Königreich, als auch mit Respekt den Männern gegenüber. Wir haben ihnen Frauen für Leitungspositionen vorgeschlagen und helfen ihnen, vorwärts zu gehen, anstatt sie zu beneiden. Unsere Vorgängerinnen haben einen Weg gebahnt, und dieser Weg muss erweitert werden, so dass die Frau nicht mehr nur als Nachahmerin, als Passagierin auf den Hintersitz verbannt wird.

Dort wo der Mann leitet, kann die Frau ihre eigene Art des Leitens einbringen, geführt von Gottes Stimme. 

 

Der Weg zum gegenseitigen Vertrauen bleibt dennoch immer noch lang. Noch heute haben Leute Angst vor Frauen in Führungspositionen. Könnte die Ursache Eifersucht sein? Oder Angst vor falscher Autorität aufgrund von schlechten Erfahrungen, oder einfach weil wir denken die Frauen haben zu wenig Erfahrung? Geben wir ihnen doch eine Chance! Unsere Besorgnis muss weg. Ein biblischer Vers sagt: Es gibt keine Männer und keine Frauen mehr (Galater 3, 28). 

 

Arbeiten wir doch daran, dass das vom Schöpfer vorgesehene Leiterschaftskonzept wieder hergestellt wird - dies zu seiner Ehre. Dabei sollen sich beide, der christliche Mann und die christliche Frau, persönlich entfalten, so dass sie zusammen ein Vorbild einer neuen, wirkungsvollen Leiterschaft sein können.

 

Ich wünsche mir, dass Gott unsere Gedanken-Schemen und alte Verhaltensmuster neu ausrichtet. Nehmen wir die Lenkstange unseres Schicksals mit Selbstbewusstsein, Legitimität und Ehre in die Hand. Ich fühle mich privilegiert, eine Frau am Steuer zu sein! 

 

Mail an Sabrine Favre 

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