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Gedanken von Frauen die leiten

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Vor dreieinhalb Jahren begann ich meine neue Stelle als Pfarrerin. Frisch ab Presse gab es so vieles, was ich gerne anpacken wollte. Schliesslich will man nach all den Jahren der Ausbildung endlich mitgestalten. Die Frage, welche sich mir stellte war: Was zuerst?

 

Doch ich erinnerte mich an einen weisen Pfarrkollegen, welcher mich als Mentor in meinen Studienanfängen begleitet hat. Er meinte: Wenn du dann mal – in einigen Jahren – in einer neuen Kirchgemeinde anfängst, dann rate ich dir im ersten Jahr noch gar nichts zu verändern.

Lebe im Ort, lerne die Menschen kennen, höre zu, spüre den Puls – dann kannst du immer noch genug früh mit Veränderungen beginnen.

Mich haben diese Worte nie mehr losgelassen.

 

Dann stand die Organisation der Kinderwoche an.

Für mich war klar, ich komme als Greenhorn in diese Gruppe und werde mich einmal hinten anstellen. Nichts verändern. Und für mich war klar, auf keinen Fall will ich eine Leiterin sein, welche alles schon weiss und sowieso besser kann.

Nur war sich dieses Team jedoch genau das gewohnt, dass jemand sie ganz klar anleitet.

Und ich war herausgefordert, weil ich mir alles doch so ganz anders vorgestellt habe.

 

Das Kinderwoche-Team hatte einen unglaublichen Erfahrungsschatz. Da waren Frauen dabei, welche schon jahrelang bei uns im Dorf mitgeleitet haben. Aber noch nie hat ihnen jemand gesagt, dass sie diese Erfahrung haben. Und diese unglaublichen Kompetenzen. Sie haben einfach gemacht, was man ihnen gesagt hat.

 

Für mich war es ein grosses Anliegen, diese Leiterinnen zu ermutigen. Ihnen Verantwortung zu übertragen, im Wissen darum, dass sie es jahrelang schon gemacht haben, aber dies so nie explizit benannt wurde.

 

Der Prozess, welcher damit angestossen wurde, war auch schmerzhaft. Damit hätte ich nicht gerechnet. Vielleicht habe ich einige überfordert – im Unwissen über die Geschichte, welche dieses Team schon mitträgt.

Es gab Leiterinnen und Leiter, welche nach Jahren der Mitarbeit, nun das Team verlassen haben. Weil sie sich eine Leitfigur gewünscht hätten, welche klare Ansagen macht und alle Verantwortungen übernimmt. Es wäre für mich ein leichtes gewesen, diese Funktion zu übernehmen. Aber ich wollte es nicht. Es fühlte sich nicht richtig an.

 

Trotzdem plagten mich Zweifel, ob ich nicht doch...

Nein! Ich war sicher, Gott hat Grosses vor mit jedem einzelnen von uns. Wir sind alle mit Gaben beschenkt. Nicht alle mit den gleichen, aber zusammen können wir mehr erreichen, als jemand alleine.

 

Ich war sicher, Gott hat Grosses vor mit jedem einzelnen von uns.

 

Unterdessen haben wir die Verantwortungen auf verschiedenen Schultern verteilt.

Ich musste lernen, dass ich gewisse Dinge als Hauptverantwortliche übernehmen muss.

Und das Team hat gelernt, dass auch sie in einzelnen Bereichen die Verantwortung übernehmen können.

Gerade von den Jugendlichen, welche sogar im Kernteam dabei sind, bin ich beeindruckt. Und freue mich über sie! Sie denken mit, organisieren, fragen an, planen, gestalten Flyer, übernehmen die Abrechnung, die Moderation, bilden eine Band.

Und ich merke, wie sie immer mehr daran glauben, dass sie tatsächlich kompetent sind und gut Verantwortung übernehmen können.

 

Mail an Mirja Zimmermann-Oswald 

 

 

 

 

 

 

 

 

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