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Gedanken von Frauen die leiten

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Immer wieder begegnet mir das Thema Leiterschaft in meinem Leben. Entweder kämpfe ich selbst damit oder aber ich beobachte in meinem Umfeld – sowohl in der Geschäfts- als auch Gemeindewelt – Begebenheiten, die mich zum Nachdenken bringen.

 

Warum bin ich als Leiter meistens der Meinung, das Problem liege bei meinem Gegenüber, wenn es beispielsweise um Meinungsverschiedenheiten geht wie „Mir macht unsere Zusammenarbeit Schwierigkeiten. Die Kinderstunde würde ich anders gestalten. Deine Stimme passt nicht zu unserem Worship-Style. An deinen Rhythmus kann ich mich nicht gewöhnen. Bisher haben wir das aber immer so gemacht. Das Bild auf dem Flyer gefällt mir nicht wirklich …“. Warum bin ich so überzeugt, dass ich richtig liege und nur der Andere mir das Leben so schwer macht, obwohl wir doch beide auf das gleiche Ziel hinarbeiten? Wie komme ich darauf, dass alles viel besser laufen könnte, wenn doch nur diese eine Person nicht wäre?

 

Kann es sein, dass das Problem gar nicht an meinem Gegenüber liegt? Ein kluger Mann namens G. K. Chesterton soll einem Journalisten einer Londoner Zeitung auf die Frage „Was läuft schief in unserer Welt?“ geantwortet haben: „Auf Ihre Frage, was in unserer Welt schiefläuft: ICH. Ihr G. K. Chesterton.“ Und genau das ist doch der Punkt. ICH bin nicht in der Lage mit der anderen Person adäquat umzugehen. ICH bin nicht flexibel genug, geplante Wege auch mal spontan zu verlassen. ICH kann Kritik nicht als Geschenk dankbar annehmen, es auspacken und zu gegebener Zeit annehmen oder auch beiseitelegen. ICH habe Angst, dass mir Kompetenzen weggenommen werden, wenn ich Verantwortung abgebe und andere mitbestimmen lasse.

 

ICH habe Angst, dass mir Kompetenzen weggenommen werden, wenn ich Verantwortung abgebe und andere mitbestimmen lasse.

 

MIR fehlt das Vertrauen in Gott, dass ER alles unter Kontrolle hat und ich nicht jedes Detail bis zum Ende planen muss. ICH habe eine festgefahrene Meinung und Vorstellung wie etwas laufen muss. ICH bin nicht in der Lage, den anderen mit den Augen und dem Herz Jesu zu sehen und ihn mit meinen Worten oder Taten näher zu Jesus zu bringen. MEIN Stolz, MEINE Vorstellungen, MEINE Meinung stehen im Weg. Die Worte aus Jesaja 55, 8-9 lassen mich immer wieder neu erkennen: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“

Wie kann ICH mir anmaßen zu glauben, dass meine Vorstellung von Leiterschaft die richtige ist?

 

Wie kann ICH mir anmaßen zu glauben, dass meine Vorstellung von Leiterschaft die richtige ist?

 

Sollte ICH nicht in Demut auf die Knie gehen und meine Unzulänglichkeit vor Gott bringen, weil ICH ohne ihn gar NICHTS bin und NICHTS kann? Muss nicht ICH - wie der verlorene Sohn - den ersten Schritt aktiv auf Gott zugehen, damit ich in den Genuss seiner grenzenlosen Liebe komme und er mich Schritt für Schritt an seiner Hand führen kann - im Vertrauen, dass ER es richtig macht?

Um auf meine Eingangsfrage zurückzukommen, lautet meine Antwort: NEIN, ich glaube es gibt keine wahre Leiterschaft auf dieser Erde. Jesus war und ist der einzig wahre Leiter – jetzt und für alle Zeit. Nur wenn ich jeden Tag bewusst meine Unzulänglichkeit vor Jesus lege und mein ICH sterben lasse, kann er mich verändern und als Leiterin nach seinem Willen gebrauchen. „Du musst sterben, bevor du lebst, damit du lebst, bevor du stirbst“ lautet der Titel einer meiner Lieblingsbücher von Hans-Peter Royer. Diesen Satz versuche immer wieder neu in seiner Tiefe und Bedeutung zu verstehen und zu leben. Nicht immer einfach, aber ich glaube, es ist DER Schlüssel zu einem Leben nach dem Herzen Gottes – einem Leben in Fülle.

 

Mail an Carolin Schmitt

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