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Gedanken von Frauen die leiten

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Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, muss ich feststellen, dass es als Leiterin besonders schwierig ist, den richtigen Moment zu erkennen, wann es heißt loszulassen. Damit meine ich nicht, einzelne Aufgaben loszulassen und an andere zu delegieren, sondern vielmehr das Abgeben bzw. Beenden einer Leitungsaufgabe als Ganzes.

 

Gerade in den letzten Monaten befand ich mich in einer solchen Situation. Ich musste feststellen, dass ich im Laufe der Zeit die mir anvertraute Leitungsaufgabe nicht mehr von ganzem Herzen wahrnahm und Nebenschauplätze mich mehr beschäftigten als sie es sollten. Sündige Gefühle und Gedanken machten sich immer wieder in meinem Herzen breit und der Blick auf Jesus geriet zunehmend aus dem Fokus. Ich hatte den Eindruck, dass ich mich von Jesus wegbewegte anstatt dass die Aufgaben und der Dienst mich zu ihm hinführten. Die Frage, ob das alles noch so richtig läuft und ich an der richtigen Stelle bin, bewegte meine Gedanken über Wochen hinweg. Während dieser Zeit fielen mir immer wieder die Worte aus Prediger 3, 1 ein. Dort heißt es: „Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit.“ Was wäre so dramatisch, wenn ich zur Entscheidung komme, dass ich meine Leitungsposition aufgeben sollte?

 

Innere Kämpfe spielten sich zeitversetzt und teilweise parallel in meinem Kopf ab. Zunächst einmal machte sich meine Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit bemerkbar. Grundsätzlich sind das gute Eigenschaften und ich weiß, dass ich gerade dafür von meinen Vorgesetzen oft sehr geschätzt werde. Aber Gedanken wie „Du kannst nicht einfach eine Aufgabe abgeben und beenden. Was man begonnen hat, macht man auch fertig. Wer soll sich denn darum kümmern, wenn nicht Du?“ ließen mein schlechtes Gewissen größer und größer werden.

Sorgen wie „Wenn dann alles zusammenbricht, was ich aufgebaut habe?“ oder „Was soll geschehen, wenn niemand die Aufgabe übernimmt?“ machten mir zu schaffen. Und schließlich noch all die Erwartungen der anderen mit Aussagen wie „Das kannst Du doch nicht machen. Es gibt doch gar keinen Grund, Du hast das doch bisher so toll gemacht. Ich verstehe das nicht. Wir hatten so fest auf Dich gebaut.“ trugen dazu bei, dass ich mich so richtig, richtig schlecht fühlte.

 

„Aber war das nicht Menschenfurcht, die hier Raum in mir einnahm?“ Dies musste ich mir demütig eingestehen. Ist nicht einzig und allein die Ehrfurcht vor Gott relevant?

 

ER sieht mein Herz und es zählt nur, was ER von mir denkt und nicht was andere meinen.

 

ER sieht mein Herz und es zählt nur, was ER von mir denkt und nicht was andere meinen. Auch auf die Gefahr hin, dass sich manche Geschwister enttäuscht zurückziehen oder kein Interesse mehr an mir haben werden, wenn ich nicht meine erwartete Rolle einnehme, weiß ich, dass allein mein Ansehen vor Gott zählt. „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“ (Hebr. 13, 8). ER wird für alles sorgen, ER wird die passenden Menschen zur rechten Zeit an den richtigen Ort stellen und Lücken und Engpässe ausfüllen. Darüber muss ich mir keinen Kopf zerbrechen, ER hat alles unter Kontrolle. Meine Aufgabe ist es nur, mein Herz rein zu halten und mich für die Gottesfurcht anstatt Menschenfurcht zu entscheiden.

 

Deshalb habe ich mich schlussendlich entschieden, meine Leitungsrolle abzugeben und trotzdem kann ich zuversichtlich in die Zukunft schauen. Denn ich weiß, Jesus wird mir zur richtigen Zeit wieder eine neue Aufgabe übertragen. Ich muss mich ihm nur zur Verfügung stellen und mein Herz allein auf ihn ausrichten.
 

 

Mail an Caroline Schmitt

 

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