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Gedanken von Frauen die leiten

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Immer wieder ertappe ich mich in Situationen, in denen ich voller Zweifel bin. Gedanken wie diese breiten sich in meinem Kopf aus: „Das ist unmöglich! Das kann nichts werden!“ Mein Verstand bestätigt diese Aussagen: „Die notwendigen finanziellen Mittel sind nicht verfügbar, passende Räumlichkeiten sind nicht in Sicht, Mitarbeiter gibt es ohnehin zu wenig und eigentlich ist das eine Nummer zu groß. Wir können es unmöglich schaffen.“ Oder doch? Wenn ich mich richtig ins Zeug lege und noch mehr Leute anspreche, noch mehr Flyer verteile, noch eine E-Mail versende, noch mehr Spender finde … Das sind nur einige von vielen aktionistischen Gedanken, die mich als Leiterin der Kinderkirche in meiner Gemeinde beschäftigen.

Irgendwann folgt ein Moment voller Zweifel und Frustration. Meine Motivation ist auf dem Nullpunkt, mein Herz ist leer und ausgebrannt. Ein Gefühl von Sinnlosigkeit kommt auf. Warum mache ich das alles? Wofür mache ich das überhaupt? Für Gott, für mich, für die anderen? Ich habe vergessen, worum es überhaupt geht, und die Rechnung ohne Gott gemacht. „Bei Gott ist kein Ding unmöglich“, lese ich in der Bibel (Lukas 1,37). Vertraue ich auf diese Zusage? Lebe ich mit dieser Zuversicht im Herzen – immer und überall? Wieder kommen Zweifel in mir hoch, dass ich nicht richtig im Glauben lebe wie die anderen Christen um mich herum. Sie zweifeln nie. Ist das so? Oder scheint es nur so? Ist es vielleicht doch normal, dass wir zweifeln und diese Zweifel auch zulassen und vor Gott bekennen dürfen? Freut sich Gott nicht sogar über die Ehrlichkeit, wenn wir zu unseren Zweifeln stehen, anstatt sie mit christlichen Floskeln zu überdecken?

 

Freut sich Gott nicht sogar über die Ehrlichkeit, wenn wir zu unseren Zweifeln stehen, anstatt sie mit christlichen Floskeln zu überdecken?

 

Warum verfalle ich in solchen Situationen oftmals in Aktionismus und denke, Gott würde es ohne meine Hilfe nicht schaffen? Wieso sollte er meine Hilfe benötigen, um seine Pläne zu erfüllen? Warum fällt es mir so schwer, Dinge abzugeben und zu vertrauen, dass er es richtig machen wird? Habe ich Angst davor, dass Gottes Pläne nicht meinen Wünschen entsprechen? Will ich Gott für meine Vorhaben instrumentalisieren? Sollte ich nicht vielmehr beten: „Herr, verwandle mein Herz, dass mein Wille mit deinem Willen übereinstimmt“, anstatt immer Segen für bevorstehende Projekte zu erbitten oder um Beistand und Gelingen zu beten? Warum fällt es mir so schwer, meinen Willen Gottes Willen unterzuordnen? Gott hat mich und mein Umfeld schon unzählige Male mit Wundern überrascht, die – menschlich gesehen – unmöglich waren. Angefangen von überraschenden finanziellen Mitteln über plötzlich verfügbare Gebäude bis hin zu erhellenden Ideen und die perfekten Mitarbeiter für anfallende Aufgaben. Sollten diese Wunder und Gottes Wort nicht ausreichen, um ein Leben im Vertrauen zu führen?

Wieder lese ich: „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ Für mich ist das eine der schönsten Zusagen der Bibel, auf die ich mich immer wieder stützen möchte, um ein Leben im vollständigen Vertrauen auf Gott zu führen.

 

Mail an Carolin Schmitt

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf den Internetseiten der Zeitschrift LYDIA (www.lydia.net) unter der Rubrik “Montagsgedanken” am 15. Mai 2017. 

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