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Letzte Woche habe ich mich mit einer Freundin auf einen Kaffee getroffen. Da wir in verschiedenen Städten wohnen und beide Kinder haben, treffen wir uns nicht allzu oft. Dafür geniessen wir uns umso mehr, wenn wir uns sehen. So sitze ich also da in einem bequemen Sessel im Restaurant eines Einkaufszentrums und tausche mich mit ihr aus über Kinder, Weihnachten, Alltagssorgen und Ferien.

Gerade will ich mich gemütlich in dem weichen Sessel zurücklehnen, als sie plötzlich wie aus dem Nichts diese Frage stellte:

"Was ist für dich eigentlich der Sinn des Lebens?“ Obwohl ich mittlerweile 34 Jahre alt bin, seit 12 Jahren verheiratet, 3 Kinder im Schulalter habe und Mitglied der Gemeindeleitung bin, hat mich die Frage kalt erwischt.

 

Selbstverständlich kenne ich die christlichen Antworten. Und noch vor wenigen Monaten hätte ich aus tiefster Überzeugung etwas geantwortet, dass mit Salz und Licht, mit Reich Gottes auf der Erde, und Jesaja 61 zu tun hat. Ich hätte mit grosser Dankbarkeit erzählt, wie ich erlebe, dass Menschen immer wieder von Gott berührt werden und neue Schritte wagen. Natürlich hätte ich auch erwähnt, welch ein Vorrecht es ist ihm dabei helfen zu dürfen. Auch die Rolle als Mutter ist sehr sinnstiftend genau wie die Tatsache, dass ich als Leiterin jungen Menschen helfen darf ihre Berufung zu entdecken und zu leben.

Doch all das habe ich nicht gesagt. Nicht weil es keine guten Antworten gewesen wären. Sondern weil Gott mich mit auf eine Reise genommen hat. In den letzten Monaten hat er sanft begonnen mit mir zu sprechen über Sinn und Motive meines Christseins in den letzten 20 Jahren. Er hat auf vielfältige Art und Weise Bücher, Menschen, Predigten, Aussagen und Fragen gebraucht um mich liebevoll an der Hand und zur Seite zu nehmen.  Und nach und nach hat er mir aufgezeigt, welches der eigentliche Sinn meines Lebens sein sollte.

Immer noch war ich viel zu sehr darauf aus für ihn zu leben, statt mit ihm.

 

Immer noch war ich viel zu sehr darauf aus für ihn zu leben, statt mit ihm.

 

Aus meiner Perspektive gibt es so viele Leute die eine Begegnung mit ihm brauchen. Und hat nicht Jesus selbst gesagt, es seien zu wenig Arbeiter? Wie konnte es plötzlich falsch sein meine Gebete, meine Zeit und meine Kräfte in Menschen zu investieren, sie zu lieben und ihnen zu helfen?

Doch Gott hat mir einmal mehr liebevoll erklärt, worum es ihm wirklich geht. Er hat mir gezeigt, dass, er mich nicht meiner Fähigkeiten wegen um Hilfe bittet. Er tut es, weil er es liebt mit mir Zeit zu verbringen. Erneut musste ich mir beschämt eingestehen, dass sich mein Leben wieder einmal viel zu sehr darum gedreht hat was ich tue und viel zu wenig darum wer ich bin.

Seine Geliebte.

Seine Tochter.

Die Frau, die er nahe an sein Herz lassen möchte.

Die Frau mit der er seine Geheimnisse teilen möchte.

Die Frau mit der er jeden Tag, jede Minute ihrer Zeit verbringen möchte.

Und so beantworte ich die Frage nach dem Sinn meines Lebens zwar noch zögerlich aber zum ersten Mal auf eine ganz neue Art.

Nahe am Herzen Gottes zu sein gibt meinem Leben Sinn und Wert.

Ein wenig fühlt es sich an als würde ich einmal mehr aus einem Boot heraussteigen. Einmal mehr verlasse ich den sicheren Boden unter den Füssen, weil Jesus mich weiterruft. Doch trotz aller Unsicherheit merke ich, wie gut sich diese neue Erkenntnis anfühlt.

 

Und obwohl der Erstkontakt mit dem Schul- und Arbeitsalltag noch aussteht, weiss ich – in dieses Boot werde ich nicht mehr einsteigen. Ich bin unterwegs tiefer und tiefer hinein in das Herz Gottes. 

 

 

Mail an Lydia Siegenthaler

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