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Der verrückte Traum Teil 2

 

Teil 2:

Ich lebte meinen Traum schon inmitten des Unfertigen

„Mein guter Freund Michael steckt in einer Krise – kann er zu dir kommen?“ Diese Anfrage kam im Sommer 2014 als das Schiff noch kein fließendes Wasser, keine Wände und noch nicht einmal überall isoliert war. Ich sagte „Ja!“

Der Kern meines Traums war schließlich nicht das perfekt renovierte Schiff – so schön es jetzt auch ist – sondern Raum für Begegnung. Das geht auch dann, wenn man sich im Café waschen muss und vier Decken braucht, um Nachts warm zu bleiben.

 

Der Kern meines Traums war schließlich nicht das perfekt renovierte Schiff – so schön es jetzt auch ist – sondern Raum für Begegnung. Das geht auch dann, wenn man sich im Café waschen muss und vier Decken braucht, um Nachts warm zu bleiben.

 

Michael blieb mehrere Monate. Er half das Schiff zu renovieren und ich unterstützte ihn bei der Sanierung seines Lebens.  Für mich war die Zeit mit ihm eine wertvolle Lektion: Es muss nicht alles perfekt fertig sein, damit Gott es gebrauchen kann. Er nimmt, was man hat und ihm anbietet.

 

Ich bitte um Hilfe

In der Bauzeit habe ich es gelernt, Gott und Menschen um Hilfe zu bitten.  Fast ständig fehlte es an Helfern und Finanzen. Ich  habe alle Kommunikationskanäle genutzt, um Menschen zum Mitmachen einzuladen.

Häufig habe ich große Bedürfnisse in kleine Stücke zerteilt: Ich brauche 100 x 25 Euro für Spezialfarbe um das Schiff zu streichen. Und vielen Menschen machte es Freude, durch einen Farbeimer oder einige Stunden praktische Mitarbeit am Schiff an dem Traum beteiligt zu sein.

Gott hat mehr als ein Gebet um Hilfe erhört. Etwa als ich im Dezember 2013 an einem Tiefpunkt um Helfer bat und sich am nächsten Tag eine Frau meldete, der ein Bekannter von dem Schiff erzählt hatte. Sie half zwei Monate lang täglich etwa sechs Stunden mit, Isolierung anzubringen – was für ein Geschenk.

 

Ich erinnerte mich an den Weg, den ich gegangen bin

In der Bibel gibt es gelegentlich die Aufforderung sich Gedenksteine aufzurichten, um sich an den Weg zu erinnern, den man bereits gegangen ist. Wenn mich angesichts all dessen, was noch vor mir lag, Mutlosigkeit erfassen wollte, habe ich mir oft meine Gedenksteine angesehen.

 

Auf meinem Telefon waren viele Bilder aus der Bauzeit gespeichert. Ich schaute mir die alten Bilder an und erinnerte mich: Ja, es gab eine Zeit, da hatten das Schiff noch keine Eingangstür. Und auch keine Böden, keine Elektik, kein Wasser, kein... Der Rückblick auf all das, was meine Freunde und ich schon geleistet hatten, gab mir Mut für die nächsten Schritte.

 

Ich habe mich daran erinnert: Ich tue das richtige

Vaclav Havel, der lange für seine Überzeugungen und den Traum von einem demokratischen Land im Gefängnis saß, sagte einmal: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Ich habe mich immer wieder in die Gegenwart geholt: Ja, ich träume davon, dass irgendwann alles fertig ist. Doch jetzt schon tue ich das Richtige, indem ich Raum schaffe, Menschen begegne und in meinen Gaben lebe. Und ich muss nicht alles auf einmal, sondern jeden Tag nur den Schritt, der an diesem Tag dran ist.

So habe ich mich die fünf Jahre motiviert und jetzt lebe ich den Traum, den ich vorher schon in Teilen lebte, in seiner ganzen Fülle.

 

 

Mail an Kerstin Hack

Die ganze, spannende Geschichte  hat Kerstin in ihrem neuen Buch beschrieben:

"Leinen los. Wie ich mitten in Berlin ein Hausboot baute, um meinen Traum zu leben.“

Das gibt es bei allen üblichen Anbietern oder – auch mit persönlicher Widmung – direkt bei ihr (http://kerstinhack.de).

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