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Ich frage Gott jeweils um ein Jahresmotto für das bevorstehende Jahr. Als ich mit Gott das Leitmotto für das Jahr 2017 besprach, hatte ich den Eindruck, dass es ein Jahr würde, indem ich meine "JA's" finden werde. Ich freute mich so richtig über dieses Leitmotto. Es löste Energie und Erwartungshaltung in mir aus. Den gutgemeinten Rat von Menschen, dass ich mich fokussieren und weniger machen sollte, empfand ich nämlich immer eher als Druck. Schon nur deshalb, weil ich einfach gerne viele verschiedene Dinge mache. Das Leitmotto, meine JA's zu finden, tönte zwar nach Fokussierung, wenn auch mit einer einladenden Note. Dazu konnte ich Ja sagen.

Meine Erwartung für das Jahr 2017 war also, dass ich am Ende genauer wissen würde, was ich tun soll und was ich lassen soll. Überraschenderweise fand ich aber nicht in erster Linie Ja's oder Nein's zu Engagements, sondern ganz andere Ja's. Zum Beispiel fand ich ein Ja zu mehr Ruhezeiten. Ein Ja dazu, dass ich auch als menschenorientierte Person, Zeiten der Ruhe brauche. Oder ich fand ein Ja zu meiner Seele. Ein Ja dafür, dass ich diese Seele pflegen muss und immer mal wieder checken muss, wie es ihr geht. Und dann fand ich ein Ja zu Selbstdisziplin. Ein Ja zu einer positiven, Freiheit bringenden Selbstdisziplin.

Es ist nicht so, dass ich zu all diesen Dingen zuvor ein bewusstes Nein hatte. Vielmehr sind es Dinge, die in meinem Bewusstsein ziemlich inexistent waren. Deren Entdeckung brachte einen enormen Reichtum in mein Leben.

 

So auch das Ja mit Überzeugung. Mir fiel auf, wie schnell ich mich als Opfer eines Umstandes fühle. Wie schnell ich mich in einer Situation gefangen fühle und das Gefühl habe, darin keine Gestaltungsmöglichkeit und Wahl zu haben. So zum Beispiel als ich vor einiger Zeit in einer herausfordernden Teamsituation war oder einfach grundsätzlich in der Zusammenarbeit mit Menschen an meine Grenzen kam. Ich habe plötzlich realisiert, dass ich eine Wahl habe und mich entscheiden kann. Ich kann mich entscheiden, mich entweder als Opfer oder als Akteurin zu sehen.

 

Ich habe plötzlich realisiert, dass ich eine Wahl habe und mich entscheiden kann. Ich kann mich entscheiden, mich entweder als Opfer oder als Akteurin zu sehen.

 

Um eine Akteurin zu sein, braucht es jedoch mein überzeugtes Ja. Es ist nicht ein Ja zum Verhalten von Personen. Sondern vielmehr ein bewusstes Ja zu der Situation in der ich mich zur Zeit befinde und ein bewusstes Ja zu meinem Gegenüber als Person.

 

Was seit meiner Entscheidung zu einem überzeugten Ja passiert ist, hat meine kühnsten Vorstellungen übertroffen. Mein überzeugtes Ja hat zuerst einmal mich selber verändert. Ich habe aufgehört, mich innerlich gegen den Umstand oder Personen zu wehren. Stattdessen begann ich, mich erneut als Akteurin, als Beeinflusserin zu sehen. So hat sich nicht nur meine Haltung gegenüber betroffenen Menschen und Situationen völlig verändert, sondern damit überraschenderweise auch die Umstände selber. Mein überzeugtes Ja hat Gewicht. Ich möchte dieses immer wieder in die Waagschale werfen, damit ich meinen Einfluss und meine Verantwortung frei von Opferdenken wahrnehmen kann.

 

Auch wenn das Jahr 2018 ein anderes Jahresmotto mit sich brachte, meine gefundenen Ja’s sind ein Schatz, von dem ich auch in diesem Jahr reich beschenkt werde.

 

 

Mail an Debora Alder-Gasser

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