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  • Madeleine Häsler

Der innere Kampf



Als ich ein Teenager war, bekam ich ein prophetisches Wort von einem Mann, der mich noch gar gesehen hatte und mich auch überhaupt nicht kannte. Seine Worte waren so präzise und trafen den Kern meines Herzenswunsches: «Du kannst gut singen,» sagte er «, wenn du singst, öffnest du ein Himmelsfenster und viele Menschen finden zu Jesus».


10 Jahre später war ich mit drei Kleinkinder total ausgelastet (zeitweise eher überlastet), als wir unsere erste «Life on Stage- Musical & Message» Evangelisationstour planten.

Im Casting für die Musicals hatten sich viele gute und auch ausgebildete Sänger/Innen gemeldet und wir hatten ein starkes Team für die Tournee zusammen. Als es zur Entscheidung kam, ob ich an der Seite meines Mannes jeweils am Ende der Predigt das "Aufruflied" zum Kreuz singen sollte, begann ein innerer Kampf. Ja, eigentlich war das mein Herzenswunsch. Aber war ich gut genug? Ich kann bestimmt gut singen, aber wenn eine ausgebildete Profisängerin ihren Mund öffnet, kann ich einpacken. Dazu kam die logistische Herausforderung an 21 Abenden eine Kinderhüte zu organisieren. Dazu die stundenlangen nächtlichen Autofahrten durchs ganze Land, nur um dieses eine Lied zu singen?


Ganz sanft sprach in diesen Tagen der Heilige Geist zu mir als ich in der Bibel auf den Text in Matthäus 25 stiess. Dort erzählte Jesus das Beispiel von einem König, der seinen Dienern Talente anvertraut hatte, bevor er verreiste. Als er wieder zurück kam wollte er wissen, wie sie damit gearbeitet hatten. Der Diener, der aus Angst seine Talente unbenutzt vergraben hatte wurde dafür sogar bestraft.

Dieser Text war für mich wie ein Weckruf. Ich wollte meine anvertrauten Talente nicht unbenutzt lassen, nur weil der Zeitpunkt nicht optimal war. Auch von Minderwertigkeits - oder Versagensängsten wollte ich mich nicht hindern lassen.


Ich wollte meine anvertrauten Talente nicht unbenutzt lassen, nur weil der Zeitpunkt nicht optimal war. Auch von Minderwertigkeits - oder Versagensängsten wollte ich mich nicht hindern lassen.


Gerade wir Frauen neigen oft dazu, unser Licht unter den Scheffel zu stellen und lassen mit einer falschen Demut unsere Gaben oft unbenutzt. Es gibt immer jemanden anders, der es noch besser kann. Und es gibt immer genug Gründe, warum der Zeitpunkt nicht passt.

Seit dieser Entscheidung stehe ich nun Jahr für Jahr neben meinem Mann und rufe die Menschen singend zum Kreuz.


Leider war jedoch dieser innere Kampf nach dem ersten Jahr auf der Bühne nicht ausgetragen. Nach wie vor werde ich immer wieder mit diesem Minderwert und mit diesen Zweifeln angefochten, ob meine Gesangskünste genügen und ob nicht jemand anderes dieses "Aufruflied" noch besser und schöner singen könnte als ich. Und jedes Jahr entscheide ich mich neu, mein Talent und meine Salbung nicht wie jener Diener zu vergraben. Ich will damit arbeiten, auch wenn es mit Mut und Aufwand verbunden ist.

Und dann gibt es nichts Schöneres, als zu erleben, wie der Heilige Geist in diesem Moment wo ich singe, Menschen zu Jesus zieht. Und wenn dann plötzlich ganze Familien, Ehepaare oder ganze Teenagergruppen weinend vor diesem Kreuz stehen und bei Jesus Rettung, Heilung und Erlösung finden, dann spüre ich, wie der himmlische Chor mit mir einstimmt. Eine grössere Freude gibt es nicht als das zu erleben!


Madeleine Häsler ist vor einem Jahr mit ihrer Familie aus einem kleinen Schweizerdorf nach St. Pauli in Hamburg gezogen, wo sie ihre Freizeit am liebsten mit Nachbarn, Prostituierten und Türstehern verbringt. Sie leitet mit ihrem Mann "Life on Stage- Musical& Message". Mit den berührenden Musicals zu wahren Lebensgeschichten und der anschliessender Predigt, touren sie durch den gesamten deutschsprachigen Raum, und erleben wie viele Menschen einen kleinen oder grossen Schritt zu Jesus machen.


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