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  • Lilian Suter, Leiterin Community ICF Emmental

Zwischenlandung


Der hektische Alltag

Ein voller Tag stand bevor. In meinem Kopf hatte ich eine lange und vielseitige To Do Liste. Als ich in den Tag startete, bezog ich Gott in alles mit ein und dankte ihm bereits im voraus für seine Hilfe bei meiner Terminplanung. Ich kam mit meiner Arbeit ganz gut voran. Termine gingen auf die Minuten genau auf, ich konnte sogar noch eine Sitzung eine Stunde vorverschieben und an der Kasse beim Einkaufen war nur eine kleine Warteschlange. All die kleinen Dinge fielen mir auf und ich dankte Gott für seine Hilfe im Alltag. Gegen Abend wurde meine Zeit jedoch knapper und meine Energie kleiner. Ich merkte, wie ich bereits Dinge auf meiner To Do Liste streichen musste und wurde innerlich unzufrieden. Ich versuchte noch zu erledigen, was möglich war, bevor das Nachtessen auf dem Tisch stand und fühlte mich dabei gereizt und gestresst. Hatte ich mir doch so viel vorgenommen und nun klappte es doch nicht wie ich es mir vorgestellt hatte.

Mitten in meinem Stress bemerkte ich ein Paket mit Disney Bildern, welches ich als kleine Prämie am Morgen bei meinem Einkauf an der Kasse erhalten hatte. Ich wollte sie gerade energisch in den Abfall werfen, als ich stutzte und den Eindruck erhielt, dass Gott in meinem Inneren zu mir sagte: „Wirf sie nicht weg, öffne sie und wähl dir ein Bildchen aus, ich möchte dir durch ein Bild etwas mitteilen.“

Gespannt setzte ich mich aufs Sofa, wählte spontan ein Bildchen aus dem Stapel und betrachtete es. Es zeigte ein Flugzeug, im Hintergrund war ein kleiner Flughafen zu sehen. Mir war, als ob Gott mir sagte: „Dein Tag heute war ein Langstreckenflug. Ich liebe deine Leidenschaft und deine Aktivitäten, ich liebe dein Herz für solche Langstreckenflüge. Aber jedes Flugzeug muss bei einem Langstreckenflug auch mal zwischenlanden und neues Kerosin nachfüllen. Diese Zwischenlandung hast du heute total vergessen, daher bist du nun so leer und kraftlos.“

In diesem unerwarteten Augenblick drang Gott zu mir durch, sprach mich liebevoll an und brachte mich dazu, dass ich kurz runterfahren konnte.

In diesem unerwarteten Augenblick drang Gott zu mir durch, sprach mich liebevoll an und brachte mich dazu, dass ich kurz runterfahren konnte. Ich wusste, dass mir eine Zwischenlandungen heute gut getan hätte, und ich habe auch ein Repertoire an sogenannten Zwischenlandungen, die mir schon oft geholfen haben: Allem voran sind da die kurzen Gebete, manchmal nur Gedanken an Gott, die mir Fokus geben und mich positiv stimmen. Oder auch dass ich die Abwaschmaschine ausräume und diese Handlung bewusst mit Dankbarkeit verknüpfe. Ich kann auch ein Lied singen zum putzen, denn damit schaffe ich eine positive Atmosphäre und es nimmt dem Ganzen die Verbissenheit, das hab ich schon oft erlebt. Ich kann mich kurz ausklinken und ein lustiges Youtube Video auf meinem Smartphone schauen, welches mir ein Lachen entlockt. Ich nehme mir eine Uhrzeit vor, in der ich den Fokus bewusst auf Gott halte und mich damit wieder an die Relationen erinnere. Ich habe auf meinem Smartphone eine Liste mit guten Erinnerungen gemacht, ich kann ein paar Punkte davon für mich lesen und bin wieder mit Dankbarkeit erfüllt. Solche Zwischenlandungen helfen mir, dass ich die Freude nicht verliere, sogar dann, wenn nicht alles nach Plan verläuft. In diesem Moment auf dem Sofa wusste ich, dass mich Gott daran erinnerte, beim nächsten Langstreckenflug bewusst an solche Zwischenlandungen zu denken.

Wenn Gott mir etwas mitteilt, beginnt er nicht mit einer Standpauke, sondern mit einer Ermutigung an mich. So ist Gott. Er ist ermutigend, er spricht positiv, egal, wie ich mich verhalte und er kommt nicht mit Anklagen. Er spricht auch dann, wenn ich wütend und unzufrieden bin, er fängt mich auf, wenn ich im Begriff bin mich zu verlieren in den Anforderungen des Alltags. Gott wartet nicht darauf, dass ich perfekt bin, sondern begegnet mir in meiner Unvollkommenheit und macht durch seine Anwesenheit den Moment perfekt.

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