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  • Tamara Boppart

Das Nutella Glas


Es gibt sie. Die Abende an denen mein Ehemann spät von einem Event nach Hause kommt und zwei Dinge vorfindet. Eine schlafende Frau im Bett und ein Nutellaglas auf dem Nachttisch. Ein klassisches Anzeichen des prämenstruellen Syndroms. Oder – schlimmer noch – für Ich-hab-doch-selber-keine-Ahnung-weshalb-ich-mies-drauf-bin-Stunden. Ich kauf aufgrund von grossen Vorsätzen und kleiner Selbstdisziplin selten Schokolade ein. Ein angefangenes Nutellaglas findet sich leider leicht im Schrank und ein Film in den Weiten des itunes-Universums sowieso.

An Nutella-Abenden muss ein Drama her, damit ich selber – wenn auch nur im Ansatz – glaube, dass meine Heulerei einen gerechtfertigten Grund hat. Danach bin ich zu müde, um die Spuren des emotionalen Ausbruchs zu verwischen. Daher die irritierte Frage der Kinder am Morgen danach, was das Nutellaglas auf meinem Nachttisch mache. Die Unschuldigen haben ja keine Ahnung, dass man das, was sie nur auf eine einzige Scheibe Sonntagmorgenzopf schmieren dürfen, auch pur und löffelweise verzehren kann.

Ihr merkt, ich schaffe es nicht immer, meine negativen Emotionen reflektiert und weise so zu absorbieren, dass ich weder mir selber noch anderen schade. Nutella-Völlerei gehört ja noch nicht einmal zum High Level. Zynisch werden, andere abwerten oder ihnen die Schuld für meine Unzufriedenheit zuschieben... habe meist die ganze Palette von verletzenden Rundumschlägen drauf bei schlechter Stimmung. Ein Schaumbad nehmen ist so ziemlich meine einzige, völlig harmlose Strategie. Die taugt im Hochsommer aber nichts.

Herr, erweitere du mein Repertoire!

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