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  • Debora Alder-Gasser

Perfektion oder Wachstum?


Vor einigen Wochen hatte ich ein Treffen, welches den Beginn eines sehr wichtigen Prozesses markierte. Dieses Treffen stresste mich. Ich war überfordert mit der Aufgabe dieses Treffen zu leiten. Als zwei Personen für diesen Abend absagten, war ich versucht, das Treffen kurzerhand abzusagen. So hätte ich meine Überforderung zumindest auf das nächste Treffen verschieben können.

Unterwegs zu der Sitzung wurde mir klar, wie sehr ich mit meinen Ängsten im Grunde von Perfektionismus getrieben bin. Oder anders gesagt, ich bin getrieben davon, Fehler zu vermeiden. Die Möglichkeit Fehler zu machen oder dass Leute nicht mit mir zufrieden sein könnten, löst Angst in mir aus. Mir wurde aber ebenso bewusst, dass mich solche Ängste und die Ambition Fehler zu vermeiden im Grunde in eine Sackgasse treiben. Fehlerfrei und Perfekt ist kein Status, den ich jemals erreichen werde.

So traf ich die Entscheidung, dass ich nicht nach Perfektion, sondern vielmehr nach Wachstum streben will.

So traf ich die Entscheidung, dass ich nicht nach Perfektion, sondern vielmehr nach Wachstum streben will.

Für gutes Wachstum sind optimale Wachstumsbedingungen zentral. Eine Pflanze beispielweise wächst, wenn sie Wasser, guten Boden, Licht, Platz etc. hat. Unsere Orchideen zu Hause sehen wunderschön aus. Aber nicht nur, weil mein Mann sie ab und zu giesst, sondern vor allem auch, weil sie an einem optimalen Platz auf der Heizung am Fenster stehen.

Meine Verantwortung ist es optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Optimale Wachstumsbedingungen heisst nicht das Ausbleiben von Widerstand und Herausforderungen. Es heisst vielmehr, dass ich sicherstelle an diesen Herausforderungen und Widerständen zu wachsen.

Wachsen bedeutet, dass ich mich in einem Prozess befinde, ich bin lernend.

Wachsen bedeutet, dass ich mich in einem Prozess befinde, ich bin lernend. Ich darf Fehler machen. Ich muss nicht perfekt sein und alles im Griff haben. Vielmehr muss ich bereit sein, an herausfordernden Situationen zu wachsen.

Obwohl ich zu jeder Zeit mein Bestes geben will, ist für mich nicht mehr die Frage zentral, wie ich es möglichst perfekt und fehlerfrei machen kann. Vielmehr ist die wichtige Frage, wie ich an der Situation wachsen kann? Das Ziel ist nicht, keine Fehler zu machen, sondern mein Ziel ist zu wachsen! Die Herausforderung wirkt auf mich so auf einmal viel weniger bedrohlich.

Mit diesen Gedanken zum Wachstum nahm ich die Sitzung in Angriff und war überrascht, wie sehr es mich entspannte. Es wurde ein richtig guter und zielführender Abend.

Mail an Debora Alder-Gasser