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  • Annette

Faith at Work "Integrität"

Faith at Work is eine neue Sparte auf dem More than pretty Blog, wo wir gezielt Frauen zu Wort kommen lassen, die in der Geschäftswelt leiten. Dies sind Leiterinnen mit grosser Verantwortung und Erfahrung in den verschiedensten Sparten der Gesellschaft und sie leben ihren Glauben und ihre Berufung mit Hingabe.


Integrität – Einssein in verschiedenen Welten


Vor einigen Wochen waren wir als Familie am Sonntag auf dem Weg zum Gottesdienst. Im Auto hörte einer meiner beiden Söhne im Radio die „Sonntags-Challenge“, eine Rätselaufgabe, für die man beim Sender anrufen kann. Da ich ziemlich schnell auf die Lösung kam, meinte er ganz aufgeregt: Mami, lass uns anrufen, vielleicht gewinnen wir was!“ Er rief von meinem Handy aus an und wir konnten tatsächlich unsere Lösung anbringen. Dann fragte der Moderator: „Was machen Sie denn gerade?“ Ich stutzte kurz und zuckte innerlich: Sollte ich jetzt wirklich sagen: Wir fahren gerade in die Innenstadt, um in einen Gottesdienst zu gehen? Das klingt ja wohl nur uncool im Radio. Dann entschied ich mich doch, es durchzuziehen und meinte: Wir machen das, was man am Sonntagmorgen so macht - wir fahren in die Kirche. Dieses kleine Erlebnis hat mich an ein Thema erinnert, über das ich schon längere Zeit nachdenke und in meinem Leben daran arbeite.

Es geht um Integrität – genauer gesagt, das „Einssein“ in verschiedenen Welten. Meist verstehen wir unter „Integrität“, dass jemand ehrlich und rechtschaffen ist, nicht betrügt und unbestechlich bleibt. Aber die eigentliche Grundbedeutung dieses Wortes ist: Unversehrtheit, Intaktheit, Vollständigkeit, Ungeteiltheit. Aus dem Englischen kennen wir den Begriff „integer“ als eine Ganze Zahl, im Gegensatz zu Bruchzahlen. Bei einer Definition, heißt es, es geht dabei um „eine möglichst weitgehende Übereinstimmung zwischen den eigenen Idealen und Werten und der tatsächlichen Lebenspraxis“. Und das ist eine „Challenge“, wenn auch keine „Sonntags-Challenge“, sondern viel eher eine „Montags-bis-Freitags-Challenge“, weil es mich genau dazu herausfordert: in den - oft so ganz verschiedenen - Welten, in denen ich mich bewege, die Gleiche zu sein, ungeteilt zu sein. Nicht zerrrissen, sondern "integer“. Diese Welten sind in mancher Hinsicht so grundverschieden -auch in ihren Werten und Prioritäten-, dass ich oft dazu tendiere, mich jeweils nur von einer bestimmten Seite „zu zeigen“.


Und das ist eine „Challenge“, wenn auch keine „Sonntags-Challenge“, sondern viel eher eine „Montags-bis-Freitags-Challenge“, weil es mich genau dazu herausfordert: in den - oft so ganz verschiedenen - Welten, in denen ich mich bewege, die Gleiche zu sein, ungeteilt zu sein.


Da ist die „Sonntags-Welt“ unter den Menschen und Freunden, die so wie ich den christlichen Glauben leben. Dort fällt es leicht, offen über Gott und die Welt (und nicht nur die Welt) zu reden und auch demgemäß zu leben. In der „Montag-bis-Freitag-Welt“ in meinem Beruf in der Forschung in den Lebenswissenschaften zählen teilweise ganz andere Werte und wenn ich dort das lebe, was ich in der „Sonntags-Welt“ lebe, werde ich schnell in die Ecke, „nicht karrierebewusst genug“ oder gar „viel zu ehrlich und hilfsbereit“ gestellt. Inspiriert hat mich da eine Bibelstelle über König Asa. In 2. Chronik 15,17 lesen wir über ihn, dass er, obwohl die Kultstätten, an denen andere Götter verehrt wurden, im Land bestehen blieben, „das Herz Asas ungeteilt war sein Leben lang“. Dieser Challenge will ich mich immer wieder neu stellen, in den Welten, in denen ich lebe, auch dort, wo andere Prioritäten herrschen, mein Herz ungeteilt bei Gott zu halten, und im besten Sinne „ganzheitlich“ leben.


Annette forscht und publiziert als Biologin im biomedizinischen Bereich. Ihr Herz schlägt dafür, dass christliche Frauen in der Gesellschaft mutig und frei leiten


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